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Die Evolutionsgeschichte antarktischer Zehnfußkrebse: Leben am Limit

Die Evolutionsgeschichte antarktischer Zehnfußkrebse: Leben am Limit
Die Evolutionsgeschichte antarktischer Zehnfußkrebse: Leben am Limit
Garnelen sind die einzigen Vertreter der artenarmen hochantarktischen Decapodenfauna. Ihre Präsenz wurde ihrer physiologischen Fähigkeit zugesprochen, Magnesiumkonzentrationen in der Hämolymphe unter polaren Temperaturen regulieren zu können. Das Fehlen dieser Fähigkeit wurde als Ursache für die Auslöschung der Krabben während der Abkühlungsprozesse der Antarktis angenommen. Garnelen zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Plastizität in ihren frühen Lebensstadien als Konsequenz zu den mit steigendem Breitengrad abnehmenden Wassertemperaturen aus. Energie einsparende Eigenschaften in Richtung einer stark abgekürzten Larvalentwicklung können beobachtet werden. Die Notwendigkeit planktotropher Nahrung und eine verlängerte Larvalentwicklung der verwandten reptanten Decapoda wird als ein Selektionsmechanismus gegen die brachyuren Krabben angenommen. Im Gegensatz dazu haben Steinkrabben eine komplett nahrungsunabhängige und stark abgekürzte Larvalentwicklung in demersalen Larven hervorgebracht und weisen zudem eine hohe Toleranz gegenüber niedrigen Temperaturen auf. Unter gegebenen Klimaverhältnissen könnten die Lithodiden eine reptante Decapodengruppe darstellen, die in der Lage ist, die Polargebiete wieder zu besiedeln.
0045-205X
100-107
Thatje, S.
f1011fe3-1048-40c0-97c1-e93b796e6533
Anger, K.
bd8d3465-3ee2-4993-ae83-8758f24e67d9
Arntz, W.E.
f4a34da7-6e4d-45b7-a448-3f9613eef16e
Thatje, S.
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Anger, K.
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Arntz, W.E.
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Thatje, S., Anger, K. and Arntz, W.E. (2005) Die Evolutionsgeschichte antarktischer Zehnfußkrebse: Leben am Limit. Biologie in unserer Zeit, 35 (2), 100-107. (doi:10.1002/biuz.200410274).

Record type: Article

Abstract

Garnelen sind die einzigen Vertreter der artenarmen hochantarktischen Decapodenfauna. Ihre Präsenz wurde ihrer physiologischen Fähigkeit zugesprochen, Magnesiumkonzentrationen in der Hämolymphe unter polaren Temperaturen regulieren zu können. Das Fehlen dieser Fähigkeit wurde als Ursache für die Auslöschung der Krabben während der Abkühlungsprozesse der Antarktis angenommen. Garnelen zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Plastizität in ihren frühen Lebensstadien als Konsequenz zu den mit steigendem Breitengrad abnehmenden Wassertemperaturen aus. Energie einsparende Eigenschaften in Richtung einer stark abgekürzten Larvalentwicklung können beobachtet werden. Die Notwendigkeit planktotropher Nahrung und eine verlängerte Larvalentwicklung der verwandten reptanten Decapoda wird als ein Selektionsmechanismus gegen die brachyuren Krabben angenommen. Im Gegensatz dazu haben Steinkrabben eine komplett nahrungsunabhängige und stark abgekürzte Larvalentwicklung in demersalen Larven hervorgebracht und weisen zudem eine hohe Toleranz gegenüber niedrigen Temperaturen auf. Unter gegebenen Klimaverhältnissen könnten die Lithodiden eine reptante Decapodengruppe darstellen, die in der Lage ist, die Polargebiete wieder zu besiedeln.

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Published date: 2005

Identifiers

Local EPrints ID: 38978
URI: https://eprints.soton.ac.uk/id/eprint/38978
ISSN: 0045-205X
PURE UUID: 123da7e3-9869-4969-b214-7ef576ae58f3

Catalogue record

Date deposited: 14 Jun 2006
Last modified: 16 Feb 2018 17:35

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